
Altstadt, Palast und Skyline am Kaspischen Meer
Baku ist eine Stadt mit sehr unterschiedlichen Gesichtern. Im Zentrum besuche ich die historische Altstadt, umgeben von mittelalterlichen Mauern. Nur wenige hundert Meter entfernt bestimmen moderne Gebäude, breite Straßen und die markanten Flame Towers das Stadtbild.

Während meiner drei Tage in Baku habe ich deshalb vor allem fotografiert. Mich interessierten weniger einzelne Sehenswürdigkeiten als die unterschiedlichen Perspektiven auf die Stadt: die engen Gassen der Altstadt, historische Architektur, Innenräume des Palastes und die Sicht von oben auf Baku und die Bucht des Kaspischen Meeres.

Daraus ist eine Bildserie entstanden, die Baku bei Tageslicht und nach Einbruch der Dunkelheit zeigt.
Baku zwischen Geschichte und Moderne
Der historische Mittelpunkt der Stadt ist Icherisheher, die sogenannte Innere Stadt. Das von Mauern umgebene Viertel gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Teile der Stadtmauer stammen aus dem Mittelalter; innerhalb der Altstadt liegen unter anderem der Jungfrauenturm und der Palast der Schirwanschahs.
Beim Rundgang durch die Altstadt fällt zunächst auf, wie kompakt dieses historische Viertel ist. Schmale Straßen und Gassen führen zwischen restaurierten Gebäuden, kleinen Geschäften, Restaurants und touristischen Ständen hindurch.
Dazwischen finden sich immer wieder Details, die den historischen Charakter des Viertels sichtbar machen. Für mich war deshalb nicht nur die bekannte Silhouette der Altstadt interessant, sondern auch die vielen kleineren Motive am Weg.



Der Palast der Schirwanschahs
Ein Schwerpunkt meiner fotografischen Eindrücke entstand im Palast der Schirwanschahs. Der aus dem 15. Jahrhundert stammende Palastkomplex liegt am höchsten Punkt der Altstadt und war einst Residenz der Schirwanschah-Dynastie. Zum Komplex gehören unter anderem der eigentliche Palast, der Divankhana, eine Moschee, Mausoleen und weitere historische Bauteile.






Gerade die Innenräume und architektonischen Details boten mir zahlreiche Motive. Dabei ging es mir weniger darum, die einzelnen Räume dokumentarisch abzubilden. Interessanter fand ich Perspektiven, bei denen sich historische Architektur, Licht und geometrische Formen miteinander verbinden.
Fotografieren durch ein Steinfenster
Eines meiner persönlichen Lieblingsmotive aus Baku entstand ebenfalls in der Altstadt.
Ich habe dabei durch ein ornamentiertes Steinfenster fotografiert. Die Öffnungen des Fensters bilden einen natürlichen Rahmen für den Blick nach draußen. Dahinter sind Teile der historischen Altstadt und die Flame Towers zu sehen.
Das Bild verbindet damit zwei Elemente, die für Baku typisch sind: die historische Stadt im Vordergrund und die moderne Skyline im Hintergrund.
Gerade solche Perspektiven finde ich auf Reisen interessanter als die reine Aufnahme eines bekannten Bauwerks. Das Motiv zeigt nicht einfach nur die Flame Towers oder die Altstadt, sondern setzt beides in einen gemeinsamen räumlichen Zusammenhang.

Der Blick vom Highland Park auf Baku
Für einen anderen Blick auf die Stadt bin ich hinauf zum Highland Park gefahren beziehungsweise gegangen. Der Aussichtspunkt liegt oberhalb des Stadtzentrums und bietet einen weiten Blick über die Bucht, die Altstadt und die moderne Stadtlandschaft. Auch die offiziellen touristischen Informationen zu Baku empfehlen den Highland Park als Aussichtspunkt über die Stadt.
Von hier oben verändert sich die Perspektive deutlich. Die kompakte Altstadt erscheint relativ klein, während sich die Stadt entlang der Küste und rund um die Bucht ausbreitet.
Besonders interessant fand ich den Kontrast zwischen der historischen Bebauung und den modernen Gebäuden. Baku lässt sich von hier oben fast wie ein Nebeneinander verschiedener Zeitschichten fotografieren.



Die Flame Towers: Baku bei Tag und bei Nacht
Die Flame Towers gehören inzwischen zu den markantesten Elementen der Baku-Silhouette. Das Ensemble besteht aus drei Hochhäusern mit geschwungenen, flammenähnlichen Fassaden und prägt besonders aus der Entfernung den Blick auf die Stadt.
Ich habe die Türme sowohl bei Tageslicht als auch am Abend fotografiert.
Bei Tag wirken sie vor allem als architektonischer Bestandteil der Skyline. Nach Einbruch der Dunkelheit verändert sich das Motiv deutlich, weil die Fassaden mit LED-Installationen beleuchtet werden. Dadurch werden die drei Gebäude zu einem deutlich auffälligeren Bestandteil des Stadtbildes.
Für mich war deshalb gerade der direkte Vergleich zwischen Tag- und Nachtaufnahme interessant.



Baku Reise – 10 praktische Tipps
1. Altstadt zu Fuß erkunden
Für Icherisheher mehrere Stunden einplanen und auch abseits der Hauptwege durch die Gassen gehen.
2. Palast der Schirwanschahs besuchen
Der historische Palast gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Auch für Fotografie interessant.
3. Highland Park nicht auslassen
Von hier bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt, die Bucht und die Skyline von Baku.
4. Flame Towers bei Tag und Nacht ansehen
Die Türme wirken bei Tageslicht und nach Einbruch der Dunkelheit sehr unterschiedlich. Beide Perspektiven lohnen sich besonders für Fotografen.
5. Baku-Bucht fotografieren
Vom Highland Park und anderen erhöhten Punkten ergeben sich gute Perspektiven auf die Küste und das Stadtzentrum.
6. Zeit für Fotografie einplanen
Baku bietet viele Motive auf engem Raum. Architekturdetails, Fenster, Gassen und Perspektiven auf die Skyline sind oft interessanter als reine Sehenswürdigkeiten-Fotos.
7. Kartenzahlung nutzen
Während meines Aufenthalts konnte ich bei meinen normalen Ausgaben nahezu überall mit Visa bezahlen. Etwas Bargeld für kleinere Geschäfte und Stände ist trotzdem sinnvoll.
8. Gobustan als Ausflug einplanen
Die Felszeichnungen und Schlammvulkane von Gobustan sind eine gute Ergänzung zu einem Aufenthalt in Baku und zeigen eine ganz andere Seite Aserbaidschans.
9. Nicht zu viel an einem Tag planen
Altstadt, Palast und Highland Park lassen sich gut kombinieren. Für die Stadt selbst sollte man trotzdem ausreichend Zeit zum Erkunden einplanen.
10. Baku am Abend erleben
Ein Spaziergang durch die beleuchtete Stadt und entlang der Bucht lohnt sich. Besonders die Skyline mit den Flame Towers verändert dann ihren Charakter.
