
Montenegro – Klein, vielfältig und voller Kontraste
Nach dem Kosovo führt unsere Balkan-Rundreise weiter nach Montenegro. Kaum ein anderes Land auf dieser Reise bietet auf so kleinem Raum eine derartige Vielfalt. Zwischen Berglandschaften, historischen Klöstern, alten Königsstädten und der berühmten Bucht von Kotor wechseln die Eindrücke beinahe im Stundentakt.



Kolašin – Montenegro im Herzen der Berge
Unser erster Halt ist Kolašin. Der kleine Ort liegt eingebettet in die Bergwelt Nordmontenegros. Hier sind die Spuren der jugoslawischen Vergangenheit noch deutlich sichtbar. Einige Wohngebäude erinnern an die Architektur der sozialistischen Zeit, während ringsum die Natur dominiert.
Kolašin dient für viele Reisende als Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Berge und Nationalparks. Für uns ist es vor allem die erste Begegnung mit dem eher ursprünglichen Montenegro.

Das Morača-Kloster
Nicht weit von Kolašin entfernt liegt das Morača-Kloster (Manastir Morača). Die Anlage wurde im Jahr 1252 gegründet und zählt zu den bedeutendsten orthodoxen Klöstern Montenegros.
Bereits die Lage ist beeindruckend. Umgeben von Bergen und Wäldern wirkt das Kloster wie ein Ort der Ruhe. Im Inneren faszinieren kunstvolle Fresken, die über Jahrhunderte erhalten geblieben sind. Für Fotografen bietet das Kloster sowohl außen als auch innen zahlreiche Motive.








Podgorica und die Auferstehungskathedrale
Weiter geht die Reise nach Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Das auffälligste Bauwerk unseres kurzen Aufenthalts ist die Kathedrale der Auferstehung Christi (Hram Hristovog Vaskrsenja).

Die Kathedrale wurde erst im 21. Jahrhundert fertiggestellt und gehört zu den größten orthodoxen Kirchen des Balkans. Besonders beeindruckend sind die Fresken und Mosaike im Innenraum, die moderne Bauweise mit traditioneller orthodoxer Kunst verbinden.



Budva – Zwischen Altstadt und Moderne
Für die nächsten zwei Nächte dient Budva als Ausgangspunkt. Die historische Altstadt, die Stari Grad Budva, zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes.
Tagsüber ist die Altstadt allerdings nahezu überlaufen. Die engen Gassen, Plätze und Kirchen werden von Besuchern aus aller Welt bevölkert. Deshalb zog es mich erneut früh am Morgen mit der Kamera hinaus.
Dann zeigt sich Budva von einer ganz anderen Seite: leere Gassen, historische Mauern und eine Atmosphäre, die tagsüber kaum noch zu erleben ist.







Cetinje – Die historische Hauptstadt Montenegros
Bevor Podgorica zur Hauptstadt wurde, war Cetinje über Jahrhunderte das politische und kulturelle Zentrum Montenegros.
Die Stadt liegt geschützt im Landesinneren und war dadurch weniger anfällig für Angriffe von der Küste. Bis heute gilt Cetinje als historische Hauptstadt des Landes.
Besonders bekannt ist das Cetinje-Kloster, in dem bedeutende Reliquien der serbisch-orthodoxen Kirche aufbewahrt werden. Neben dem Kloster prägen ehemalige Botschaftsgebäude, historische Residenzen und Verwaltungsbauten das Stadtbild.










Die Bucht von Kotor
Einer der Höhepunkte unserer Reise durch Montenegro ist die Bucht von Kotor. Oft wird sie als Fjord bezeichnet, geologisch handelt es sich jedoch um eine überflutete Flussschlucht, die fjordähnlich wirkt.
Von den Aussichtspunkten oberhalb der Bucht eröffnen sich spektakuläre Panoramablicke. Tief unten liegen die Orte an der Küste, während Kreuzfahrtschiffe langsam durch die Bucht gleiten.
Für mich zählt dieser Ausblick zu den schönsten Landschaftserlebnissen der gesamten Balkan-Rundreise.


Kotor – Schön, aber überlaufen
Natürlich durfte auch ein Besuch der Altstadt von Kotor nicht fehlen. Allerdings zeigte sich hier eine Herausforderung, die viele bekannte Reiseziele inzwischen teilen: sehr viele Besucher.
Als zusätzlich Regen einsetzte, konzentrierte ich mich auf einige wenige Motive. Die Bilder, die entstanden sind, zeigen Kotor deshalb bewusst ohne Menschenmassen und mit Fokus auf Architektur und Atmosphäre.



Tipps für Fotografen und Reisende
- Das Morača-Kloster eignet sich hervorragend für Architektur- und Detailaufnahmen.
- Budvas Altstadt möglichst früh am Morgen besuchen.
- Für die Bucht von Kotor genügend Zeit für Aussichtspunkte einplanen.
- Cetinje bietet spannende Einblicke in die Geschichte Montenegros.
- In Kotor lohnt sich Geduld – zwischen den Besucherströmen ergeben sich immer wieder ruhige Fotomomente.
- Ein Weitwinkelobjektiv ist für die Bucht von Kotor nahezu Pflicht.
Fazit
Montenegro hat mich mit seiner Vielfalt beeindruckt. Zwischen Berglandschaften, Klöstern, historischen Städten und der Adriaküste liegen oft nur wenige Kilometer. Das Morača-Kloster, die historische Hauptstadt Cetinje und die Aussicht auf die Bucht von Kotor gehören für mich zu den Höhepunkten der Reise. Wer Natur, Geschichte und Fotografie miteinander verbinden möchte, findet in Montenegro ideale Voraussetzungen.







