
Şəki – zwischen alter Kirche, Markt und Kühen auf der Straße
Nach den Tagen in Baku geht es für uns weiter nach Şəki, in den Kaukasus. Schon der erste Eindruck ist ein völlig anderer.
Bevor wir uns die Stadt genauer ansehen, fahren wir am frühen Morgen zunächst in das nahe gelegene Dorf Kisch. Dort steht eine alte christliche Kirche, die mit der Geschichte des kaukasischen Albanien verbunden ist.

Die alte Kirche von Kisch
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Der Kern der heutigen Kirche wird auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert. Archäologische Untersuchungen haben außerdem Hinweise auf eine wesentlich ältere Kultstätte gefunden.
Interessant fand ich vor allem die Gräber. Durch mehrere Öffnungen im Boden kann man nach unten schauen und sieht dort alte Gräber und Skelette. Bei den Ausgrabungen wurden unter anderem ungewöhnlich große Skelette gefunden, die heute hinter Glas zu sehen sind.



Şəki ist eine andere Welt als Baku
Der Unterschied zu Baku fällt sofort auf. Baku ist eine moderne, große Stadt mit breiten Straßen, Hochhäusern und viel Verkehr. Şəki wirkt dagegen wesentlich kleiner, ruhiger und ländlicher.
Ich laufe einfach durch die Stadt und schaue, was mir vor die Kamera kommt. Alte Gebäude, kleine Straßen, Menschen beim Einkaufen und dazwischen immer wieder Situationen, die man in Baku so nicht erleben würde.
Teilweise laufen sogar Kühe durch die Straßen.







Genau solche Situationen machen für mich den Reiz aus. Man bekommt einen Eindruck davon, wie unterschiedlich Aserbaidschan innerhalb weniger Stunden Fahrt sein kann.
Markt und Alltag
Besonders interessant ist der Markt. Er wirkt sehr ursprünglich und ist kein auf Touristen ausgerichteter Markt. Hier kaufen die Menschen aus Şəki ganz normal ihre Lebensmittel ein.
Ich bin mit der Kamera durch die Reihen gegangen und habe einige dieser Alltagssituationen fotografiert.








Für mich sind solche Bilder oft interessanter als die klassischen Sehenswürdigkeiten. Man sieht, wie die Menschen tatsächlich leben und einkaufen.
Auf meinem Rundgang komme ich außerdem an einer alten Moschee vorbei, die heute als Museum genutzt wird. Auch hier zeigt sich wieder die lange Geschichte der Stadt.



Unterwegs durch Şəki
Şəki gehört für mich zu den Orten unserer Aserbaidschan-Reise, bei denen man die Kamera einfach dabei haben sollte. Nicht unbedingt, weil es an jeder Ecke eine bekannte Sehenswürdigkeit gibt, sondern weil beim Laufen durch die Stadt ständig kleine Motive entstehen.
Nach Baku ist dieser Wechsel besonders deutlich.
Hier sind die Straßen kleiner, die Häuser niedriger und das Leben wirkt wesentlich näher an der Umgebung und an der Landschaft des Kaukasus.
Für mich war genau dieser Gegensatz interessant: erst die moderne Metropole Baku und kurze Zeit später eine Stadt, in der Kühe durch die Straßen laufen und auf dem Markt ganz normal eingekauft wird.
Tipps für Şəki
- Kisch mit einplanen: Das Dorf liegt nur etwa fünf Kilometer von Şəki entfernt und lässt sich gut mit einem Stadtbesuch verbinden.
- Zu Fuß durch die Stadt: Vieles lässt sich gut erlaufen. Dabei bekommt man mehr vom normalen Stadtbild mit als bei einer reinen Sehenswürdigkeiten-Tour.
- Markt besuchen: Gerade wenn man fotografiert, lohnt sich der Blick auf den Alltag und nicht nur auf die historischen Gebäude.
- Zeit mitbringen: Şəki würde ich nicht nur als kurzen Zwischenstopp auf dem Weg weiter nach Georgien behandeln.
Weiter nach Georgien
Mit Şəki endet für uns der Aserbaidschan-Teil der Reise. Von hier geht es weiter nach Georgien.
In den vergangenen Tagen haben wir bereits sehr unterschiedliche Seiten des Landes gesehen: Baku mit seiner modernen Architektur, die Schlammvulkane, den Feuertempel Ateshgah, das Diri-Baba-Mausoleum und die Juma-Moschee in Şamaxı.
Şəki ist dabei noch einmal etwas anderes. Weniger Metropole, mehr Kaukasus, mehr Alltag – und genau deshalb für mich ein sehr interessanter Teil der Reise.






